Alfred Lichtensteins Name ist zumindest für diejenigen, die sich mit dem Expressionismus
in der deutschen Literatur befasst haben, bestimmt nicht unbekannt. Die ersten Gedichte
des früh, bereits mit 25 Jahren im ersten Weltkrieg verstorbenen Autors datieren sich
ab 1908, die letzten sechs Jahre später. Die größte Anerkennung brachte ihm das zuerst
1911 in dem Sturm erschienene Gedicht Dämmerung, welches mit Jakob von Hoddis programmatisch
expressionistischem Gedicht Weltende zu den meistgeschätzten Dichtungen der Zeit gehört.
Aus dem schmalen dichterischen Lebenswerk werden von der Forschung heute jedoch nur
wenige wahrgenommen. In etwa den letzten fünfzehn Jahren verzeichnen die Ausgaben
der Germanistik insgesamt sechs Studien, in denen Lichtensteins oder u. a. auch seine
Lyrik besprochen werden. Mindestens drei davon konzentrieren sich dabei auf die Kriegslyrik.
Im Beitrag wird eines der früheren Gedichte, Der Rauch auf dem Felde analysiert und
sein Bezug zu weiteren Gedichten Lichtensteins erörtert.