Problematisch im Gesamtkontext des Klimawandels ist auch eine sich verändernde Biodiversität
in Deutschland. Biodiversität umfasst weit mehr als „Artenvielfalt“: die genetische
Vielfalt innerhalb von Arten sowie die Vielfalt physiologischer Leistungen und biologischer
Wechselwirkungen, z. B. Nahrungsnetze, Konkurrenz und Symbiosen. Sie schließt auch
die Vielfalt an Lebensgemeinschaften und Ökosystemen ein. Der Klimawandel beeinflusst
alle Elemente der Biodiversität. Auf allen Organisationsstufen des Lebens, vom Biomolekül
bis zur Biosphäre, findet man Reaktionen auf klimatische Veränderungen. Wenn es weniger
Arten gibt, dann verringern sich beispielsweise auch die ökologischen Leistungen für
den Menschen, etwa die Produktion von Biomasse oder die Kohlenstoff- und Stickstoffbindung.
In diesem Beitrag werden die direkten und indirekten Wirkungen des Klimawandels charakterisiert
und Reaktionsmöglichkeiten beschrieben. Indirekte Auswirkungen auf die biologische
Vielfalt ergeben sich aus gesellschaftlichen Reaktionen auf den Klimawandel, die entweder
dem Klimaschutz (z. B. Eingriffe in den Naturhaushalt im Zuge eines verstärkten Ausbaus
erneuerbarer Energien, insbesondere beim großflächigen Biomasseanbau) oder der Anpassung
an den Klimawandel dienen und zu veränderten Landnutzungen führen (z. B. Waldumbau,
Maßnahmen zum Schutz vor Extremwetterereignissen wie Deichausbau aus Hochwasserschutzgründen).
Da direkte und indirekte Wirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt weiter
zunehmen werden, steht auch der Naturschutz vor neuen großen Herausforderungen.